19.01.2022 in Allgemein von JUSOS Kreis Biberach

"Solidarität statt Ignoranz“ - Jusos rufen zur Demo gegen „Corona-Spaziergänge“ auf

 

 

 

Seit mehreren Wochen finden in der Biberacher Innenstadt regelmäßig so genannte „Spaziergänge“ statt, die in Wahrheit unangemeldete Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen und Impfungen sind. Dabei versammeln sich leider auch verschwörungsgläubige und wissenschaftsleugnende Menschen, die sich inzwischen längst vom Gemeinsinn verabschiedet haben und unseren Staat sowie unsere Verfassung in Teilen oder sogar gänzlich ablehnen.

Wir haben uns einer Gruppe von engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Organisationen angeschlossen und wollen diese besorgniserregende Entwicklung nicht länger unkommentiert stehen lassen. Bereits zum letzten Montag wurde erstmals ein Zeichen gesetzt mit einer angemeldeten Kundgebung unter dem Motto „Solidarität statt Ignoranz“. 

Für den nächsten Montag möchten wir Jusos gemeinsam mit einem breiten Bündnis von verschiedenen Organisationen und Parteien alle Biberacherinnen und Biberacher dazu aufrufen, für Solidarität und einen vernunftbasierten Umgang mit der Pandemie zu demonstrieren. Damit wird ein deutliches Signal für unsere Demokratie, unseren Rechtsstaat und gegen Ignoranz, Verschwörungsmythen und Regelbrüche gesetzt. Die Demonstration findet am Montag, den 24.01.22 von 18 Uhr bis 19:30 Uhr auf dem Biberacher Marktplatz statt.

Auf der gesamten Veranstaltung ist der Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten und es müssen medizinische Masken getragen werden. Wir bitten alle Anwesenden friedlich zu bleiben und empfehlen warme Kleidung sowie einen Schal für die geplante Menschenkette, ähnlich wie bei der Demo vom letzten Montag, mitzubringen.

06.01.2022 in Gemeinderatsfraktion

Haushaltsplan 2022 - Anträge der SPD

 

THH 1 Innere Verwaltung

Antrag 1:  SPD beantragt für Umsetzung und Planung Sanierung Rathaus HH Mittel 2022 einzustellen.

PG 1124 Investition 191124-001 Sanierung RathausS. 127.

Begründung: Für 2022 sind keine HH Mittel bereitgestellt, um die 2019 beschlossene Sanierung des RH umzusetzen. Für die Machbarkeitsstudie, Schadstoffuntersuchung sowie Organisationsentwicklung liegen Angebote zur Auswertung vor.

 

Antrag 2: SPD beantragt ein Nachhaltiges Beschaffungswesen. Hierfür kann eine (kostenfreie Online) Schulungsteilnahme z.B. beim BMI / Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung (nachhaltigkeit@gecha.bund.de )für den Bereich Zentrale Dienstleistungen erfolgen.

PG 1126 Zentrale Dienstleistungen. S. 140. 

Begründung: Durch die öffentliche Hand werden jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von 350 Milliarden Euro beschafft.  Mit einer nachhaltigen Beschaffung, welche soziale, ökologische und ökonomische wie auch menschenrechtliche Aspekte berücksichtigt, werden Behörden und Verwaltungen Ihrer gesellschaftlichen Vorbildfunktion gerecht.

 

 

THH  3 Kultur

Antrag 3: SPD beantragt wiederholt die Erarbeitung eines Finanzierungskonzeptes zur Weiterentwicklung des Planetariums sowie die Aufnahme in die mittelfristige Finanzplanung unter Einbezug von Fördermitteln und Eigenleistungen.

PG 2810 Sonstige Kulturpflege Kostenstelle 281001 Planetarium S. 269.

Begründung: Das Planetarium leistet Volksbildung, Jugendarbeit und ist Schülerforschungszentrum. Derzeitige Situation ist für unser Tourismusmagnet sehr unbefriedigend.

 

 

THH 4 Öffentliche Sicherheit und Ordnung

Antrag 4:  SPD beantragt eine Mittelbereitstellung für soziale Projekte unter Einbezug des Seniorenbeauftragten. 

Investition 003140-001 Neuer Generationentreff 003140-022 Soziale Projekte für Ältere.

Begründung: Der Altersdurchschnitt steigt, 25% der Laupheimer sind über 60 Jahre. Nachdem sich im Bereich der Spielplätze das Angebot deutlich verbessert hat, ist es an der Zeit, auch für die ältere Generation Projekte anzubieten.  Unser Seniorenbeauftragter Herr Hermann Manne hat hierzu gute Ideen.

 

Antrag 5: SPD beantragt eine pilzrelevante Biotopkartierung für die Friedhöfe. Durch die Erfassung schutzwürdiger Pilzarten werden wertvolle Lebensräume nicht in Unkenntnis zerstört.

PG 5530 Bestattungswesen S. 320.

 Begründung: Friedhöfe sind ein Ort der Erholung und Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

 

 

THH 5 Bildung, Betreuung und Soziales

PG 2110 Allgem. Schulen Investition 002110-023 Betreuung GS Bihlafingen S. 349.

Anm.:  Die SPD unterstützt vollumfänglich den Antrag des OR zur Ausweitung der Betreuung der Grundschüler bis 14.oo Uhr.

 

 

THH6 Stadtplanung und Baurecht

Antrag 6.: SPD beantragt eine Neubetrachtung der bisherigen Planungen zum Baugebiet „Am Schlossgarten“.

PG 5110 Stadtentwicklung und städtebauliche Planung S. 462

Begründung: Das stadteigene Grundstück bietet die beste Voraussetzung für eine zukunftsgerechte Quartiers- und Stadtentwicklung mit einer flächensparenden und energetischen und damit kostengünstigen Bauweise.

 

Antrag 7: SPD beantragt die Beratung zur Erstellung einer Stadtbildsatzung.

Begründung: Damit sichern und erhalten viele Kommunen ihre denkmalpflegerisch wertvolle Bausubstanz sowie Stadt – und ortsbildprägende Gebäude.

 

Antrag 8: SPD beantragt die Wiederaufnahme der Beratung Pflegekonzept/Sanierung Festplatz sowie die Mittelbereitstellung für die Wiederherstellung der Treppenanlage.

 

Antrag 9: SPD beantragt die Aufnahme von nächtlichen Fahrverboten für Mähroboter in der städtischen Polizeiverordnung.

 

 

Betriebszweig Wasserversorgung, ÖPNV und Verkehr, Parkhaus, Parkbad.

Alle Härtegrade unserer Wasserversorgung liegen weit über dem optimalen Wert von 8.3 – 8.4 dH.

Anmerkung: Das Thema Wasserenthärtung soll bei einer folgenden Sitzung beraten werden.

 

Antrag 10: SPD beantragt zur Ausarbeitung des Quartierskonzept die Bildung eines AK Nahverkehrskonzept unter Beteiligung der Kreisräte.

Begründung: Im Stadtverkehr sind deutliche Weichenstellungen notwendig, um die Landesvorgabe zur Verdoppelung der Fahrgastzahlen 2030 zu erfüllen.

 

Antrag 11:  SPD beantragt die Umwidmung der Tiefgarage als Kurzzeitparkbereich.  Dauerparkplätze sollen im Parkhaus Rabenstraße angeboten werden.

 

Antrag 12: SPD beantragt eine realistische Mittelaufstockung für die Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude am Natur See. ( Bestandsaufnahme / Nutzungskonzept)

06.01.2022 in Gemeinderatsfraktion

2. Lesung für den HH 2022 Laupheim von der SPD im Gemeinderat

 

Die SPD hat als Kontrollorgan der Gemeinde den vorliegenden 729 Seiten starken Haushaltsplan mit Eigenbetrieb aufmerksam erarbeitet.  Wie von der Verwaltung gewünscht, haben wir unsere Fragen und Anmerkungen pünktlich eingereicht.

Verteilt auf die TH und den Eigenbetrieb haben wir 12 Anträge gestellt, welche uns am Herzen liegen. Wir bedanken uns für die Bearbeitung unserer Fragen und vertreten im Bereich Mittelbereitstellung Sanierung RH, Finanzierungskonzept Planetarium und soziale Projekte für Ältere eine andere Auffassung.

Leider ist der GR der Mehrheitsentscheidung des BA nicht gefolgt, sodass unser Antrag zur Gründung eines AK im Vorfeld des Nahverkehrskonzeptes nicht zugestimmt wurde.

Wir bedanken uns für die Wiederaufnahme des Pflegkonzept Festplatz. Auch erwarten wir zügig die Beratung Umwidmung Tiefgarage und ein klares Bekenntnis zum Jugendcontainer am Bronner Berg. Wir freuen uns auf die Beratung Radverkehrskonzept mit seiner Infrastruktur und deren Wegeführung.

Leider liegt unsere Kläranlage im Landesvergleich auf den hinteren Plätzen, wir möchten die Verwaltung ermutigen, hier ein Energiekonzept zu erarbeiten. Den Wasserversorgungsverbänden empfehlen wir das Thema Wasserenthärtung.

Wir hoffen, dass durch die Pandemie bedingten Schulschließungen und der reduzierten Essenausgabe benachteiligte Kinder nicht zusätzlich belastet wurden.

Hervorheben möchten wir das Engagement der Stadt für den Martinusladen, die Erfolge im Energiebereich und der Breitbandverkabelung und die Initiative zum § 13 b.

Unter einer nachhaltigen Kommunalpolitik verstehen wir:

  1. Sanierung und Erhalt vor Abriss und Neubau
  2. Bestehende Projekte fertigzustellen, bevor neue angefangen werden (RH)
  3. Beauftragte Gutachten umzusetzen (Kita, Verkehr)
  4. Fördermittel beantragen und abrufen (Bürgerpost, Pusteblume)
  5. Standort von Bauprojekten am Bedarf orientieren (Parkhaus, Kita Abenteuerland)

Diese Zielsetzung konnten wir zunehmend nicht umsetzen. Die Gründe sind wie immer vielfältig und auch ein Zusammenspiel zwischen Verwaltung und GR.

Auch für das HH Jahr 2022 würde die SPD das Steuer anders stellen. Meine Redezeit erlaubt nur Stichworte:  Verkehrskonzept, Bürgerpost, Kita Abenteuerland, BG Schlossgarten, städtebaulicher Vertrag Klostergarten.

Daher kann die SPD dem Haushalt 2022 nicht zustimmen. Diese Entscheidung ist sorgsam abgewogen, in 37 Jahren kam es nur einmal vor. Ausdrücklich beruht diese Entscheidung nicht im Misstrauen auf die Mitarbeiter. Der Stadtspitze zollen wir unseren Respekt, das Verwaltungsschiff sicher durch stürmisches Gewässer zu steuern, wir werden nach wie vor mit am Ruder stehen.

Martina Miller Edith Lorenz Henselmans

09.12.2021 in Allgemein

Offener Brief der SPD Laupheim an die Stadt Laupheim, die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrats und die Medien in Laupheim

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

altehrwürdig steht das Hotel Post seit vielen Generationen, genauer seit 1599 (erstmals urkundlich erwähnt) und 1894 zum heutigen Erscheinungsbild modernisiert, ortsbildprägend in Zentrumsnähe von Laupheim. Hinsichtlich Erscheinung und heimatgeschichtlicher Bedeutung ist das Hotel Post ein Gebäude wie es in Laupheim (leider) nur wenige gibt. Viele, die seine Erhaltung im Sinne eines attraktiven Ortsbildes und als Ausdruck eines ausgeprägten Geschichtsbewusstseins befürwortet und sogar aktiv unterstützt haben, sind angesichts der Entscheidung des Gemeinderats vom 22. November für Abriss und Neubau überrascht, enttäuscht und auch verärgert. So auch der Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Martin Gerster (SPD): “Ich war von Anfang an begeistert vom riesigen Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt der Post, habe selbst mit angepackt beim Ausräumen und habe dazu beitragen können, die Fördermittel zur Sanierung an Land zu ziehen. Umso mehr bin ich enttäuscht vom Beschluss, dieses historische Gebäude jetzt dem Abriss zuzuführen.“ Auch in einem kürzlichen Interview der Schwäbischen Zeitung mit Frank Hevert vom Verein Bürgerpost Laupheim wurde der Unmut der Engagierten über den Entscheid zum Abriss deutlich.

Sicher, nur sehr Weniges sollte um jeden Preis geschehen. Aber auch bei den vorliegenden Zahlen zeigt eine Betrachtung der Grenzfälle, dass die Sanierungslösung durchaus eine relevante Kostenersparnis gegenüber einem Neubau verspricht. Dem Beschluss zum Abriss vorangegangen ist nach neuen Gutachten eine Schätzung der Sanierungskosten auf 9.81 Mio. €. Für einen Abriss und Neubau als Alternative werden von der Stadt zwischen 8,55 Mio. € und 10,15 Mio. € veranschlagt. Dem steht eine Kostenprognose der Firma Rheform in Höhe von 6,15 Mio. € gegenüber – ein eklatanter Unterschied. Nach diesen Zahlen der Beschlussvorlage ergibt sich eine (zu) große Spanne der Unsicherheit in Bezug auf realistisch zu erwartenden Kosten und Mittel. Zweifel kommen auch im Hinblick auf mögliche Fördermittel auf: So gibt es laut Beschlussvorlage der Stadt im Falle einer Sanierung mehr Möglichkeiten zur Förderung als im Falle eines Neubaus. Weshalb wird eine Sanierung mit mehr Fördermöglichkeiten und damit einhergehenden Kostenersparnissen kaum in Betracht gezogen? Warum sind diese Möglichkeiten im Vorfeld nicht weitergehend abgeklärt worden, bevor es zu einem solchen Beschluss kam?

Wie auch die Frage der von der Stadt Laupheim zu tragenden Kosten erscheint auch die Frage der Nutzung auch in Verbindung mit möglichen technischen Maßnahmen bei einer Sanierung nicht abschließend untersucht.Für einen erheblichen Teil der Laupheimer Bevölkerung ist es nicht nachvollziehbar, weshalb ein historisches Gebäude wie das Hotel Post nicht erhaltungswürdig genug ist, um die Möglichkeit einer Sanierung ausgiebig genug auszuloten, bevor es zu einem Entscheid dieser Tragweite kommt. Es ergibt sich damit insgesamt der Eindruck einer doch voreiligen Entscheidung auf Grundlage einer in wesentlichen Punkten nicht ausreichend geklärten Ausgangslage.

Ein maßgeblicher, sicherer Vorteil für die jetzt beschlossene Lösung würde sich nur bei Beteiligung eines Investors ergeben. Eine solchermaßen herbeigeführte Beschränkung und Abgabe des Gestaltungsspielraums von Gemeinderat und Verwaltung an Privatinvestoren lehnen wir als SPD Laupheim jedoch ab. Natürlich beschränkt ein (sehr) altes Gebäude in einigen Punkten die Nutzungsmöglichkeiten gegenüber einem Neubau. Viele werden sich aber an Aufenthalte in ähnlich alten Gemäuern erinnern, mit ihrer jeweils unverwechselbaren und nicht zu rekonstruierenden Atmosphäre, die sich aus Bau -und Gestaltungstechniken vergangener Zeiten speist. Man mag sich nicht vorstellen, wie es in vielen Städten aussähe, wenn man die Funktionalität zum zentralen Kriterium für den Erhalt von Gebäuden machen würde. Der Beschluss des Gemeinderates ist mit einer deutlichen Mehrheit (16:4) erfolgt. Die SPD Laupheim respektiert diesen demokratischen Entscheid. Wir stehen aber weiter zu unserer Positionierung für eine Sanierung des Hotel Posts und würden Bestrebungen für eine Bürgerbefragung unterstützen. Damit verbunden wäre eine weitere und vor allem breitere Diskussion der oben aufgeworfenen Fragen. Laupheims historische Bauten sollten erhalten bleiben und nicht für eine neue Innenstadt ohne Charme und Charakter verschwinden.

SPD Ortsverein Laupheim

Mit freundlichen Grüßen

Ioannis Tagos, 1. Ortsvereinsvorsitzender

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